Zwischen Armut und Mittelstand: Arbeiten – und trotzdem reicht es kaum

Shownotes

Was, wenn man alles richtig macht – arbeitet, plant, Verantwortung übernimmt – und es trotzdem finanziell immer enger wird?

In dieser Folge sprechen wir über ein Gefühl, das viele Menschen in der Schweiz kennen: Das Leben wird teurer, während der finanzielle Spielraum kleiner wird. Wohnen, Krankenkasse, Kinderbetreuung oder Lebensmittel – immer mehr Ausgaben lassen selbst stabile Lebensentwürfe brüchig erscheinen.

Gemeinsam mit Aline Masé, Leiterin Sozialpolitik bei Caritas Schweiz, ordnen wir ein, was hinter diesem wachsenden Druck steckt. Warum reicht ein Einkommen oft nicht mehr aus? Wer ist besonders von Armut betroffen? Und warum verlaufen die Grenzen zwischen unterem Mittelstand und Armut zunehmend fliessend?

Es geht um strukturelle Entwicklungen statt individuelle Fehler, um Working Poor, um Scham und Unsichtbarkeit – und um die Frage, was das alles für unsere Gesellschaft bedeutet.

Eine Folge für alle, die verstehen wollen, warum finanzielle Sicherheit heute weniger selbstverständlich ist – und weshalb dieses Thema längst die Mitte erreicht hat.

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00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Popcorn & Finanzen.

00:00:07: Mein Name ist Amelie Galade, ich freue mich, dass ihr heute wieder mit dabei seid!

00:00:12: Heute reden wir über ein Gefühl, das viele und vermeintlich immer mehr Menschen in der Schweiz betrifft Man schafft, man plant.

00:00:20: Man übernimmt Verantwortung und trotzdem wird das Leben finanziell enger.

00:00:25: Weil es notwendiger teurer wird.

00:00:27: Wohnen, Krankenkassen, Mobilität, Kinderbetreuung, Lebensmittel... Und irgendwann entsteht das Gefühl, dass es langt irgendwie aber nur noch mit ständigem Rechnen.

00:00:39: Dabei wird klar die Übergänge Die sind oft flüssend, wie auch aktuelle Studien zeigen.

00:00:46: Zwischen dem unteren Mittelstand, der finanziellen Verwundbarkeit und der Armut gibt es keine harte Linie mehr.

00:00:52: Und genau darüber reden wir heute.

00:00:57: Gewisse halten da dagegen mit dem Argument, dass eine Schweizerinnen und Schweizer doch noch nie so gut gehen sagen wie heute – gerade im globalen Vergleich.

00:01:05: Welche Beschreibung von der Realität trifft zu?

00:01:09: Was bedeutet das für Zukunft?

00:01:12: Däne und weitere Fragen möchte ich heute mit meiner Gästin, Aline Masse auf der Grunde gehen.

00:01:18: Danke für die Einladung!

00:01:19: Du leidest Fachstellsozialpolitik bei Garitas Schweiz und beschäftigst dich tagtäglich mit den Herausforderungen von armutsbetroffenen Menschen – mit Armutsrisiken und mit der Frage wieso das einige Menschen trotz Vollzeitjob kaum über die Runde kommen.

00:01:35: Sehr gerne, das ist mir ein wichtiges Thema.

00:01:38: Mich nimmt die Wunder, wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?

00:01:43: Magst du uns einen kurzen Einblick geben, was du so machst in deinem Job.

00:01:48: Ich finde mein Alltag sehr abwechslungsreich und spannend.

00:01:50: Ich arbeite an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik.

00:01:55: Ich leite auch im Bereich Grundlage und Politik in der Schweiz.

00:01:59: Wir sind verantwortlich für die Positionierung der Organisation, also die öffentliche Positionierung und die politische Positionierung.

00:02:05: Wir machen sehr viel ... Also ich und meine Mitarbeiter, wir sind acht bis neun Leute je nach Jahreszeit.

00:02:12: Wir haben viel Öffentlichkeitsarbeit, also Referat.

00:02:15: Ich bin wirklich sehr oft unterwegs bei Organisationen oder auch bei staatlichen Stellen, z.B.

00:02:22: bei einer psychiatrischen Uniklinik, wenn ich einen Vortrag mache über Armut.

00:02:27: Gremien von Bund und Kanton als Expertin quasi drin.

00:02:31: Ich habe am Tag sehr viele Sitzungen, also meistens bin ich einfach am Reden, am Ausduschen, am Sachenaufnehmen, zulosern.

00:02:38: Schreiben würde gerne mehr, mache immer weniger muss ich sagen.

00:02:43: Ich kann viel halt auch mit Medien tun – mit anderen Stellen an der Organisation.

00:02:50: was dann wirklich darum geht, eben auch der Problem auf den Grund zu gehen.

00:02:52: Und natürlich haben wir sehr viel Austausch mit der Wissenschaft.

00:02:54: Wir machen zum Teil Bildungsauftrags bei Hochschulen verschiedene Module.

00:02:59: Das ist mir wichtig, dass man dort immer beim neusten Stand dabei ist.

00:03:02: Ich bin selber Studentin und auch Berufstätig – also scheinbar die besten Voraussetzungen für eine sichere finanzielle Zukunft könnte man meinen.

00:03:12: Aber ich bin mir hier zum Teil nicht mehr so sicher!

00:03:15: Gleichzeitig höre ich von jungen Menschen, die gerade in ihren ersten Vollzeitschops am Schaffen sind und vielleicht bald einmal eine Familie gründen wollen oder sich irgendwann mal ein eigenes Heim leisten, dass sie zunehmend vor der Frage stehen ob und wie sie sich das finanziell irgendwann überhaupt einmal leisten können.

00:03:34: Sie verdienen zu gut zum Unterstützungsleistigen wie Kita-Erleichterungen oder auch Sozialfossicherungsleistung in Anspruch zu nehmen Und können sich aber wiederum im Alltag mit dem eigenen Einkommen vergleichsweise immer weniger leisten.

00:03:51: Ist das ein Phänomen, der dir bekannt ist und wenn ja, nimmt es wirklich zu?

00:03:57: Ja ich glaube das ist schon, also das gehört mir viel auch so im Umfeld.

00:04:01: Wir haben auch ... Die Nachfrage nach unserer Sozial- und Budgetberatung hat in den letzten Jahren recht zugenommen.

00:04:08: Wahrscheinlich würde es noch mehr tun, wenn wir mehr Kapazität hätten – aber die ist natürlich auch begrenzt!

00:04:13: Und das ist nicht nur das Gefühl, sondern es gibt wirklich auch Umfragen an das Zeichen.

00:04:17: Es gab gerade Anfang Jahr einen Umfrag von Sotomo im Auftrag des Blickes.

00:04:23: Dort haben eigentlich vier von fünf Befrugten.

00:04:25: angeht, dass in den vergangenen zwei Jahren ihre finanzielle Situation sich verschlechtert hat, die mehr angespannt ist.

00:04:31: Was man immer sieht, ist auch eine verschiedene Frage.

00:04:33: Ist das Familie besonders leiden unter den Kostensteigerungen?

00:04:39: Also es gibt ein Familienbarometer von Parks und Pro-Familien, der eigentlich jedes Jahr ... Zeigt.

00:04:44: jetzt in den letzten Jahren, zumindest als ich das verfolgt habe, ist eigentlich immer die Top-Sorge der Familie.

00:04:48: Es waren immer die finanziellen Sorgen, vor allem Krankenkassenprämien aber auch generell und wenn man die Familien fragt was ihnen am meisten helfen würde zu ihrer Situation verbessern dann sagen sie mehr Geld.

00:04:58: also es ist wirklich sehr ... ja man kann das wirklich zeigen und es ist auch für mich nicht überraschend wenn man sieht dass eigentlich wenn man so die Lohnentwicklung anschaut oder der Real-Lohn eigentlich seit dem Jahr zwei Jahrzehnte praktisch stagniert hat, also bei den Tiefermittler-Einkommen zumindest.

00:05:15: Bei der Höhe ist es jetzt noch etwas anders aus und das halt gleichzeitig die grossen Budgetposten wie Wohnungen, Krankenkassenbäume einfach massiv gestiegen sind.

00:05:22: Und dann kann es irgendwann, geht das nicht mehr auf, das ist klar.

00:05:25: Wieso ist es wichtig, dass wir gerade in der vermeintlichen reichen Schweiz über Armut- und Armutsrisiken reden?

00:05:32: Ich glaube, es ist auf zwei Ebenen wichtig.

00:05:35: Einerseits ist es enorm wichtig für Leute, die selber merken, dass sie einfach nicht über die Runde kommen.

00:05:42: Dass sie nicht alleine sind und dass das auch nicht ihre Schuld ist.

00:05:45: Dass es sehr oft strukturelle Probleme sind, die zu einer finanziellen Schwierigkeit führen.

00:05:51: Dass vielleicht auch diese Schambezwecke viele Menschen haben.

00:05:54: Dass die Leute wissen, dass sich irgendwo Hilfe holen können – ich glaube, das ist wichtig!

00:06:00: Ich finde es aber auch auf einer gesellschaftlichen Ebene wichtig.

00:06:04: Die Stärke von der Schweiz war bisher immer, dass wir auch einen grossen gesellschaftlichen Zusammenhalt haben.

00:06:09: Dass wir eine riesige Unterschiede haben und keine soziale Spannung gibt wie es vielleicht in anderen Ländern geht.

00:06:15: Ich glaube dem kann man entgegenwirken wenn man wirklich darüber redet das für viele Leute schwierig ist.

00:06:21: Und dass man irgendwie politisch schauen muss, dass die Unterschiede in der Lebensrealität nicht riesig werden.

00:06:28: Was bedeutet Armut in der Schweiz?

00:06:30: Unter welchen Grenzen einkommen oder vermögen gilt es mir als Arm, oder von Armut betroffen.

00:06:37: Ich bringe eine ganz kurze Antwort und hole ein wenig aus.

00:06:40: Die kurze Verantwortung ist Armut.

00:06:41: Das bedeutet eigentlich, dass man zu wenig Geld hat zum Leben bestreiten, um den Lebensunterhalt zu sichern.

00:06:48: Und B. In der Regel auch Einschränkungen in anderen Lebensbreichen, z.B.

00:06:52: einen schlechten Zugang zum Arbeitsmärten für keine Wunsituation Schlechter Gesundheit.

00:06:58: Man sieht auch den Umfragen, die man macht in Auswertungen, dass eigentlich die wenigsten Leute nur finanzielle Probleme haben, sondern dass Armut in der Regel mit anderen Einschränkungen zusammenhängt.

00:07:10: Das heißt, Armut ist mehr dimensional.

00:07:11: Wenn wir aber Armut messen, dann machen wir das in der Region über finanziellen Kriterien.

00:07:16: Das sind natürlich auch klare finanzielles Kriterie und es ist wichtig um den Zugang zum Beispiel zur Sozialleistung sicherzustellen.

00:07:25: Und dann gibt es eigentlich in der Schweiz zwei Grenzen.

00:07:28: Es gibt die sogenannte stricke Armutsgrenze, was das Bundesamt für Statistik berechnet jedes Jahr.

00:07:35: Das ist eine Grenze, die bedarfsorientiert ist und auch normativ ist auf den Arten.

00:07:40: Man legt politisch fest wie viel Haushalt in der schweiz zum anständigen Leben und was gehört für Budgetposten rein?

00:07:50: Die Grenze orientiert sich am Existenzminimum von der Sozialhilfe.

00:07:55: Und wenn man diese Definition anschaut, dann haben wir in den neuesten Zahlen siebenhundertdrei-vierzigtausend Menschen in der Schweiz betroffen gewesen.

00:08:04: Das entspricht knapp achtundhalb Prozent der Bevölkerung.

00:08:07: und dann reden wir von einer Einzelperson von knapp zwei duzig dreihundertneinzig Franken pro Monat wo man alles muss zahlen ausser die Krankenkassenprämie.

00:08:16: und bei einer vierköpfigen Familie wären es dann vierdußig eihundertsechzig Franken knappe.

00:08:23: Die zweite Grenze anschauen, was die Bundesamt für Statistik auch berechnet.

00:08:26: Das ist die sogenannte Armutsgefährdungsgrenze.

00:08:28: Es ist eine Grenze, in der Europa weit gleichberechnend wird und kann also international vergleichen.

00:08:33: Und das ist eine Definition der Grenzen, wo sich eher am Lebensstandard von der allgemeinen Bevölkerung orientiert.

00:08:41: D.h.,

00:08:42: man sagt dort Haushalt gilt als armutsgefärdert wenn nur weniger als sechzig Prozent vom Medien.

00:08:49: Der Median ist dort, wo die Hälfte weniger hat und mehr.

00:08:54: Bei diesem Konzept ist ein Haushalt wirklich armutgefährdet, wenn man viel weniger als Mitte der Gesellschaft hat.

00:09:02: Denn dann kann man wie?

00:09:02: Dann hat man keine Chance mehr quasi im täglichen Leben mit zu kommen in der Gesellschaft.

00:09:09: Dort sind wir bei über eine Million Menschen.

00:09:12: und etwa sechzeinhalb Prozent der Bevölkerung.

00:09:16: Jedes fünfte Kind in der Schweiz, muss man sagen – das finde ich eine recht dramatische Zahl – ist unter dieser Schwelle.

00:09:22: Also ist quasi unter den Stricken der Armutsgrenze oder knapp darüber.

00:09:26: Und wenn wir dann den Betrag nehmen, Ich bin eine Einzelperson, zwei Tausend sechshundertfünfundvierzig Franken pro Monat und Frau Vierköpfung-Familien fünftausend fünfhundertgefünftig.

00:09:37: Also es ist nicht wahnsinnig viel höher.

00:09:39: aber das Konzept ist einfach ein anderes.

00:09:40: Man schaut weil wir quasi wie Leute mitkommen.

00:09:43: Und von uns muss man sagen in der Schweiz meistens wird die Stricke die Armut zu Grenzen genommen auch zum Beispiel zum Anrecht auf Sozialhilfe.

00:09:50: Wir bekannten es sehr viel Mediamutzgefährdungsgänze, weil wir sagen, das ist ein Recht von jedem Menschen in einer Gesellschaft mitzukommen.

00:09:59: Wenn die Mitte der Gesellschaft drei Autos und fünf Wochen Ferien geht, dann ist es irgendwie relevant, dass auch jemand, der arm ist, vielleicht noch eine gewisse Massamobilität hat oder zumindest eine Woche Ferie machen

00:10:16: kann.

00:10:16: Du hast jetzt die Armutsgefährdung auch angesprochen, wo neben der Armutselbe noch ein Faktor ist.

00:10:23: Was kann man darüber reden?

00:10:26: Welche Haushalt oder Lebenslagen sind hier besonders gefördert und trotz Erwerbsarbeit kaum über die Runden zu kommen oder in die Armutgefährdingen zu kommen?

00:10:37: Das sind sehr stark alleinerziehende Regelmieterinnen.

00:10:42: Es sind Leute, die keine oder nicht anerkannte nachobligatorische Bildung haben, also zum Beispiel keine Lea gemacht und keine weiterführende Schule.

00:10:53: Es sind oft auch Leute mit Migrationshintergrund, bei denen wir mehr Zugang zu einer guten Stelle finden.

00:11:00: Es gibt aber auch Menschen mit gesundheitlichen Belastungen, die halt nicht voll belastbar sind.

00:11:06: Also es ist eine recht heterogene Gruppe.

00:11:10: Aber sicher ist das Thema ... Wer hängt noch im Haushalt ab oder wer muss man betreuen, wie viel kann man überhaupt erwärmstätig sein?

00:11:18: Und das Thema Bildung ist sicher sehr relevant.

00:11:21: Wenn ein Missverständnis begegnest du in einer Arbeit und in den öffentlichen Debatten wenn du über Armut redest?

00:11:29: Ein grosses Thema ist schon dass viele Leute das Gefühl haben dass es mir selbst schuld ist wenn man arm ist dass Arme fuhlen sind.

00:11:37: Es gibt immer noch Leute, die das Gefühl haben, wer von Armut betroffen ist oder armutsgefühlt ist, schafft nicht.

00:11:41: Oder es ist irgendwie eine Zufuhr zum Genug geschaffen oder zum genügend gute Stellen anzunehmen.

00:11:47: Es gab immer noch Menschen, ich würde sagen weniger als auch schon seit der Corona-Pandemie, hat sich jetzt schon etwas geändert in der öffentlichen Wahrnehmung.

00:11:53: aber es gibt schon auch noch Leute zu sagen, es gibt keine Armute in der Schweiz weil sie halt nicht so sichtbar ist und nicht vergleichbar ist.

00:12:00: Am Anfang sagt man irgendwie Haity oder ... weiss nicht Indie oder so.

00:12:05: Wir haben ein anderes Bild von Armut natürlich bei uns.

00:12:08: und was ist schon immer wieder, wenn ich zum Beispiel an Hochschulen unterrichte und die Leute frage wie nehmen sie Armut vor in ihrem Alltag?

00:12:16: Dann kommt sehr oft das Wort Obdachlosigkeit.

00:12:18: also es gibt irgendeine Bedürfnisse der Menschen die Armut irgendwie zu sehen und oft sieht man sich halt nicht.

00:12:23: Man sieht den Leuten nicht an dass sie arm sind.

00:12:25: Wo begegnest du auch vielleicht in deiner Arbeit der Situation, dass Menschen zwar erwerbstätig sind aber trotzdem unter dem finanziellen Druck stehen?

00:12:35: Das

00:12:36: sieht man sehr häufig.

00:12:37: Ich arbeite nicht und mache keine Sozialberatung.

00:12:40: Ich kriege wirklich die Beispiele sehr oft indirekt mit.

00:12:44: haben natürlich auch immer wieder Austausch mit betroffenen Personen.

00:12:47: Was ich dort vor allem gesehen habe, ist dass zum Teil die Leute in einem sehr hohen Erwerbspänz um Arbeitstätig sind und auch im guten Job.

00:12:54: Das Beispiel von einer sozialversicherungsfachfache hat eine gute Ausbildung.

00:12:59: Sie schafft viel.

00:13:00: Die hat ihr Päntum letztes Jahr erhöht von siebzig auf achtzig Prozent und sagte mir eigentlich das, was ich mehr arbeite.

00:13:06: Es geht gerade weg durch gestiegene Wohnungskosten und Krankenkassen bei mir.

00:13:10: Also es bringt gar nichts.

00:13:12: Umgekehrt kann man sagen, sie hat weniger, wenn es jetzt nicht aufgestockt hat.

00:13:16: Aber das sieht man schon sehr häufig oder auch in Familien, die zwei bis drei Kinder haben und vielleicht beide Eltern im Job sind, die ihren Tiefseinkommen generieren.

00:13:29: Meistens oft endet der Vater Hundertprozentschaft ... Schichtarbeit macht und versucht noch etwas zu verdienen, betreut Kinder.

00:13:38: Das sind Situationen, die von enorm viel Stress geprägt sind – auch psychisch im Stress.

00:13:44: Man merkt, sie machen alles, was irgendwie geht, sie jonglieren.

00:13:48: Es reicht nicht.

00:13:49: Wieso wurden die Wohnkosten für so viele Menschen zum zentralen Druckfaktor?

00:13:55: Ich glaube es gibt ... Zwei Gründe ist, dass die Wohnungsmiete in den letzten Jahren recht gestiegen sind.

00:14:01: Vor allem mit Angebotsmieten und nicht unbedingt Bestandsmiet.

00:14:04: Dort wo man im Vertrag ist sondern dort wo man neue Wohnungen gebraucht und einen neuen Vertrag unterzeichnet.

00:14:09: Die sind stark gestiegen.

00:14:10: Wir haben in vielen Kantonen auch offiziell Wohnungsnote jetzt.

00:14:13: Gleichzeitig ist natürlich das Wohnen für Haushalte wieder grösste Budgetposten.

00:14:18: Also für alle aber für diese mit diesem Einkommen halt eine riesige Budgetposte.

00:14:22: also im Durchschnitt immer schwierig die Ärmsten von der Bevölkerung über ein Drittel ausverwohnen.

00:14:32: Wir sehen aber häufig in den Beratungen, das kann man auch mit wissenschaftlichen Analysen zeigen, dass es dann oft über vierzig Prozent ist, gerade bei Familien, die schon mal fürs Wohnen gehen können.

00:14:42: und wenn diese Budgetposten weitersteigen, haben wir wirklich ein riesiges Problem.

00:14:47: Und ich sage durchschnittlich schwierig, weil natürlich gibt es diejenigen, die das Glück haben, eine mega günstige Wohnung zu finden.

00:14:52: Durchschnittszahlen sind immer ... zeigen nicht jede individuelle Situation, aber es zeigt doch eine gewisse Tendenz.

00:14:59: Und wenn man einfach vergleicht oder um einen Durchschnittshushalt in der Schweiz braucht er weniger als fünfzehn Prozent vom Bruttoeinkommen fürs Wohnen.

00:15:07: also das ist schon recht der Unterschied.

00:15:08: Du

00:15:08: hast jetzt auch die sozialpolitische Dimension angesprochen.

00:15:12: wieso trifft dieser Kostepunkt armutsbetroffene Menschen und auch den unteren Mittelstand eben besonders stark?

00:15:19: Wir leben so einen riesigen Anteil an dem Budget nimmt, oder?

00:15:21: Es ist einfach... Es ist der grösste Budgetposten und wenn dort die Kosten steigen, dann macht das einfach wahnsinnig viel aus.

00:15:28: Ich finde es hat noch eine andere Dimension.

00:15:30: Man kann nicht einfach sagen, ich wohne nicht mehr.

00:15:33: Also gibt es natürlich Fälle.

00:15:35: Wir sehen schon auch in den Beratungen, dass es viele Leute gibt, wo z.B.

00:15:38: ständig untermieten irgendwo sind halblegal, dass sie irgendwie bei Freunden unterkommen.

00:15:44: oder oft reden wir über Obdachlosigkeit, aber es gibt auch die Wohnungslosigkeit wo die Leute schon noch einen Dach über den Kopf haben.

00:15:49: Aber nicht ihr eigenes.

00:15:50: Und ich glaube das ist halt.

00:15:51: beim Wohnen wird das auch oft unterschätzt.

00:15:53: Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, dass man einen Ort hat, wo man kann wohnen und sich zurückziehen muss.

00:15:59: Es ist mehr als einfach eine Dach über den Kopf.

00:16:01: Das heisst auch.

00:16:02: es gibt eine Stabilität im Leben.

00:16:04: Du hast vorhin

00:16:04: gesagt, es gibt zwei grosse Kostenfaktoren – das Wohnen aber eben auch die Krankenkassenprämien.

00:16:10: Die sind ja für viele Haushalte zunehmend eine enorme finanzielle Belastung.

00:16:16: Wieso ist es gerade der Bereich?

00:16:18: Und wie konnte es zu diesem kommen?

00:16:20: Selbst beim Wohnen ist die allgemeine Knappheit enorm treibt.

00:16:24: Aber auch, dass ein grosser Teil vom Boden Spekulation unterworfen ist.

00:16:30: Unsere Pensionskassen müssen ihre Rendite machen und das machen sie oft mit Immobilien.

00:16:35: Es ist wirklich ein systemisches Problem, das nicht so einfach ist zu lösen.

00:16:42: Bei den Krankenkassenbremien sehen wir wirklich, dass die Bremienbelastung an sich seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes neunzigseix immer gestiegen sind.

00:16:55: Also bis heute über hundertsechzeig Prozent und gleichzeitig sind die Löhne so wie gestiegen.

00:16:59: Die Löhnen sind ein bisschen gestiegen im Schnitt, gerade bei Tiefen-Einkommen eher real noch gesunken.

00:17:07: Das hat man wie einfach nie gegen Steuern gehabt.

00:17:09: Die Idee ist bei der Einführung vom KVG, des Krankenversicherungsgesetzes, dass die individuelle Prämieverbindung wie eine gewisse soziale Ausgleichschaft und diese Prämienverbindung hat man aber nicht gleich erhöht mit den Krankenkassenprämien gestiegen sind.

00:17:24: D.h.,

00:17:25: realistisch dann immer weniger geworden.

00:17:27: Und ich glaube dort... Ja auch wenn man die Belastung anschaut, also ich habe jetzt nochmal die neueste Zahl aussucht Das Monitoring des Bundesamt für Gesundheit zeigt, dass eigentlich die Restbelastung bei den untersten zwanzig Prozent der Bevölkerung – also das, was ich an Prämien selber zahle nach Abzug von der Prämieverbindung im Durchschnitt bei einem Standardmodell sechzehn Prozent vom Budget ist.

00:17:49: Also vor Vom Butto einkommen.

00:17:50: Bei einem Durchschnitzhaushalt ist das nicht einmal die Hälfte.

00:17:55: Und das zeigt einfach, dass die Prämievibligungen es nicht schaffen, dort irgendwie genug zu bremsen quasi.

00:18:02: Begrenzt optimieren.

00:18:03: Aber was passiert, wenn Menschen anfangen bei der Gesundheit oder auch bei den Vorsorgen zu sparen?

00:18:12: Was wir sehen ist grundsätzlich dass viele Leute nicht zum Arzt gehen, weil sie selbst behalten können zahlen.

00:18:19: Weil sie versuchen auch... also viele Leute nehmen dann die höchsten Franchise durch die höchste Franchise zum quasi Premium zu sparen.

00:18:27: Was ja Sinn macht, wenn man gesund ist – aber wenn sie dann überkrankt werden, können Sie den Arztkosten nicht zahlen.

00:18:34: Und dann versuchen Sie meistens bei allem anderen zu spieren.

00:18:38: Aber am Schluss gibt es noch viele Leute, die sich verschulden.

00:18:40: Also geht's einfach immer so weiter.

00:18:42: Wir haben jetzt über das Wohnen und über Gesundheit geredet.

00:18:46: Es gibt aber noch weitere grosse Kostenfaktoren.

00:18:50: Einer ist auch die Kinderbetreuung, der gerade für Familien einen beträchtlichen Kostenpunkt sein kann.

00:18:57: Wieso ist dieser auch so entscheidend für viele Familien?

00:19:02: Ich muss mich auch wieder etwas ausholen.

00:19:03: Es gibt verschiedene Ebenen.

00:19:05: Das erste ist sicher, dass in der Schweiz einfach die Eltern beitragen – also die Eltern zahlen einen enorm grossen Teil von den Kinderbeteuungskosten.

00:19:14: Das ist immer europäischer Vergleich einzigartig.

00:19:18: Also in keinem anderen europäischen Land zahlen die Eltern so viel, so einen großen Anteil an der Kinderbetreuung.

00:19:24: In einigen Ländern in Europa zahlt sogar das Staat hundert Prozent, also zahle die Eltern gar nichts.

00:19:30: Die Leute sagen mir dann immer, aber wenn man die TFC einkommen hat wird man subventioniert.

00:19:34: Das stimmt in einer Stadt Zürich und im Kanton Basel statt oft auch in der Westschweiz.

00:19:39: Aber es gibt wahnsinnig viele Gemeinden, wo man praktisch keine Subventionen bekommt.

00:19:44: Oder am besten erst, wenn der Sozialhilfe ist, obwohl sie aus meiner Sicht eine von den wichtigsten Armuts präventive Leistungen ist, Kitasubventionen.

00:19:53: Weil wenn wir schauen was umgekehrt passiert... Die Statistik zeigt ganz klar ein Armutsrisiko Von Familie ist am höchsten, wenn Kinder ganz klein sind.

00:20:02: Logischerweise, denn dann ist der Betreuungsaufwand am höcsten.

00:20:05: und was passiert jetzt?

00:20:06: Meistens werden die Mieter reduzieren, wenn ein Kind auf die Welt kommt.

00:20:10: Es tun sie Erwerbspänze umreduzieren,

00:20:11: d.h.,

00:20:11: der Haushalt hat weniger Erwerbes eingekommen, gleichzeitig steigen Ausgaben.

00:20:15: Und wieso soll es reduziert sein, weil die Betreuungskosten so hoch sind?

00:20:20: Also gerade bei tiefen Einkommen gibt es immer wieder Familienwohnberotungen.

00:20:27: quasi wie ein Werbespender mit einer Höhe und eine Kita-Zahl, dann macht es zum Schluss – also das kommt aufs Gleichausen oder im Notfallzahle noch darauf.

00:20:34: Also es macht keinen Sinn, gerade wenn man ein tiefes Einkommen hat.

00:20:37: Und auch oft sehen wir, dass Bedeutungsstrukturen halt nicht so bedarfsorientiert sind, wenn man z.B.

00:20:41: Schichtsschaften schafft oder wenn man unregelmässige Arbeitszeiten hat.

00:20:44: Da sind viele Kitas einfach zu wenig flexibel auch.

00:20:48: Ich finde schon in Branchen mit Tieflöhnen, mit typischen Arbeitsverhältnissen Branchen, die sehr Männer dominiert sind, würde ich schon behaupten, dass die Arbeitszeit auch noch recht familienfeindlich ist.

00:21:00: Also wenn man dann eben mal zu Hause bleiben muss oder ein Kind frühzeitig abholen will es krank ist das der Arbeitgeber nicht gut vom Arbeitgeben hat und nicht auf Verständnis steht.

00:21:12: Es gibt auch indirekte Kosten, die du jetzt angesprochen hast wie reduziertes Pensum, organisatorische Belastung oder fehlende Vereinbarkeit.

00:21:24: Wenn ich dich verstanden habe, müsste mir eigentlich die Familie entlastet, dass sie mehr Unterstützung finanziell überkommen.

00:21:32: Wo seht ihr da?

00:21:33: wie ein Hebel, das man ansetzen könnte?

00:21:35: Ich glaube es gibt verschiedene Hebel.

00:21:36: oder was ganz wichtig ist, dass man wirklich ... Höhe Resubventionen für Kinderbetreuung, das ist wie das Ahnensort.

00:21:46: Mit dem kann man auch den Eltern ermöglichen, mehr Erwerbstätigkeit zu sein, ein Erwerbspenntum zu erhöhen und mehr zu verdienen.

00:21:54: Das hat Politik auch erkannt in einem gewissen Maß, dass es wirklich enorm wichtig ist – ich glaube sie sind im Interesse der Arbeitgeber am Schluss.

00:22:03: Also das ist sicher eine enorm wichtige Massnahme, die wir auf der Ausgabeseite entlasten können.

00:22:10: Was sicher auch hilft, ist zum Beispiel die Einführung der Tagesschule.

00:22:13: Was es einfach planbarer macht von älteren Wabstätigen.

00:22:17: Auf der einkommenden Seite ist ein ganz wichtiges Instrument in Familieagentungsleistungen.

00:22:24: Das ist ein Instrument, das unter dessen sechs Kantonen in der Schweiz geht.

00:22:28: Nein, Entschuldigung, fünf Kantonen...

00:22:32: Also in einigen?

00:22:33: Genau!

00:22:34: Sechs ist am Einführen, wo eigentlich Die Idee dahinter ist, dass man sagt, die Familien gehören eigentlich nicht in den Sozialhilfen.

00:22:44: Es ist ein strukturelles Problem, dass die Familie zu wenig entlastet wird und man dann ins Sozialhilfe schiebt, was eigentlich nicht angehört.

00:22:53: Sondern man muss der Familienwee eine höhere Existenzminimum an das Sozialhilfchen.

00:23:00: ein bisschen höheres Existenzminimum, um auch den Handlungsspielraum zu erhöhen und aber auch eine Begleitung zu geben.

00:23:08: Zum wirklich schauen, dass die Eltern im Erwerbsmarkt drinbleiben und vielleicht auch ihren Pensum erhöhen können.

00:23:14: Und dort hat man sehr gute Erfahrungen gemacht ... Die Verehrbarkeit der Armut, die man häufig sieht oder dass Kinder in Armut aufwachsen, dann später auch betroffen sind.

00:23:23: Dass wir diese Akku durchbrechen, indem man den älteren psychischen Stress nimmt und sie wirklich unterstützt, nachhaltig zu schauen, dass sie im Erwerbsarbet drin bleiben und in einem genügend hohen Pensum.

00:23:34: Ich glaube das wäre enorm wichtig wenn man diese Leistung in der ganzen Schweiz einführen

00:23:39: könnte.

00:23:42: Haben wir schon verschiedene Kostenfaktoren auch geredet, die hier besonders am Stiegen sind oder einen höheren finanziellen Druck auslösen?

00:23:50: Welche laufenden Alltagskosten gibt es noch, was sich summiert und eben auch besonders stark einen Kostendruck auslöstet gerade bei Menschen mit tieferem Einkommen.

00:24:03: Ich würde behaupten, dass das nicht einmal so kann unterscheiden, sondern ganz generell.

00:24:08: also was man einfach auch statistisch sieht ist Leute, die die untersten zwanzig Prozent oder sogar noch von den untersten vierzig Prozent der Bevölkerung im Schluss reden.

00:24:19: Die geben praktisch ihr gesamte Bruttoeinkommen für Fixkosten und Grundbedürfnis aus.

00:24:24: Also Fixkosten wie Versicherung muss zahlen, all die Lohnabgaben, Steuern, Krankenkassenprämien.

00:24:30: Aber eben auch alle grundlegenden Sachen wie Wohnen, sonstige Gesundheitsausgabe, die man selbst trägt, Lebensmittel und gewisses Massamobilität.

00:24:40: Das ist eingeschränkt, muss ich sagen.

00:24:42: Wir sehen oft, dass Leute keinen Spielraum haben, irgendwo noch etwas dazu zu nehmen.

00:24:48: Es wird die Summe von allen Ausgaben am Schluss ... wo der Druck auch auslöst neben den ganz grossen Budgetposten, die wir schon erwähnt haben.

00:24:59: Was mich immer wieder enorm berührt ist, wenn ich z.B.

00:25:04: im Karritersmart bin und Leute einkaufen können für wenig Geld, das Lebensmittel günstiger sind, was mir dann die Leute sagen, das Brot ist jetzt zehn Rapeteurer und der Reis ist irgendwie zwanzig Rapeteuer.

00:25:17: Ich würde das nicht einmal merken im Alltag, weil ich mein Budget nicht so genau muss anschauen.

00:25:21: Aber wenn jemand einen ängsten Budget hat und wirklich alles genau berechnet, dann macht jede Preissteigerung etwas aus oder?

00:25:27: Dann muss man gleich wieder neu rechnen.

00:25:28: Muss schauen wo kann ich das einsparen?

00:25:30: Also für mich ist es immer wieder beeindruckend auch wie eng die Leute durchgekommen sind, dass sie am Schluss auf Null arbeiten, wenn überhaupt!

00:25:40: Vorher wollte ich gleich noch fragen, ob man auf individueller Ebene ein Stück weit optimieren könnte.

00:25:49: Wir haben jetzt auch fest über systemische Geräte, aber wenn man sich als Person in der Situation befindet und den Kostendruck einfach zunimmt und wir immer mehr am schauen und am rechnen ist ... Wenn man sich in dieser Situation befinde und merkt, dass ich an meine Grenzen finanziell komme und es geht so nicht weiter...

00:26:16: Ich muss vorausschicken, ich bin immer ein bisschen skeptisch, wenn man davon redet, die eigenen Finanzen zu optimieren.

00:26:21: Denn der Leute wird wieder suggeriert, dass sie selbst das Problem lösen können und es oft gar nicht so der Fall ist.

00:26:30: Natürlich gibt es Möglichkeiten, unnötige Versicherungen zu kündigen Eine günstigere Variante von Lebensmittelwählen, z.B.

00:26:38: micro-Bütschen oder der Co-Pri-Garantie – aber so die grossen Bütsche posten ist dann wirklich schwierig zu beeinflussen.

00:26:46: Wir stellen fest auch, dass Leute, die zu unserem Beratung kommen, oft gar nichts mehr optimieren können.

00:26:51: Die haben schon alles optimiert, was sie tun können und das ist vielleicht eine Frage, die ich auf deine Frage antworte, dass sich der Leute sagen, möglichst freie Hilfe holen.

00:27:01: Bevor – also schon wenn man merkt, dass man jetzt zweimal eine Rechnung nicht kann zahlen – sofort Hilfe holt, bevor man dann irgendeinen verschuldigen Spiral innen kommt und es wirklich schwierig wird dort wieder herauszufinden.

00:27:11: Und dort gibt es eigentlich in jedem Kanton Budgetberotungen.

00:27:15: Man findet die Adresse auf der Website für Budgetberatung Schweiz.

00:27:18: Dann kann man genau schauen was ist in meinem Kanton?

00:27:20: Was gibt's für Stellen?

00:27:21: Die sind in der Regel sehr niederschwellig.

00:27:23: Also da kann man auch relativ einfache Termine finden Und das finde ich wirklich, wenn mir etwas heute mitgegeben, möglichst frühe Hilfe suchen.

00:27:32: Weil die meisten Sachen kann man einfach schlecht selbst optimieren.

00:27:36: Wir sehen es geht hier nicht nur um einzelne Budgets sondern auch um eine grössere gesellschaftliche Entwicklung.

00:27:44: rauszummen und die Entwicklung näher anschauen.

00:27:49: Wieso erleben wir das gerade jetzt?

00:27:51: Wieso ist es so aktuell, dass eben auch diese steigenden Lebenshaltungskosten so viele Haushalte unter einen finanziellen Druck setzen und den Kostendruck auslösen, damit man merkt, es wird immer knapper und man muss immer mehr schauen!

00:28:06: Ich glaube, dass die grossen Ausgabenposten wohnen und Krankenkassenbremien stark gestiegen sind in den letzten Jahren.

00:28:15: Und gleichzeitig lönstagniert haben.

00:28:19: Die Oberen sind gestiegen, vor allem Toplöhnen.

00:28:22: Aber wenn die Löhne real stagnieren und Ausgabe steigen, geht es nicht mehr auf.

00:28:31: Gleichzeitig kann ich das Gefühl sein, seit der Corona-Pandemie ist wie auch ... Bewusstsein gesellschaftlich grösser, dass es vielleicht Armut gibt.

00:28:42: Dass man relativ schnell auch in eine finanzielle Situation hineingekommen kann.

00:28:48: Wenn ein Teil des Einkommens wegbricht oder die Ausgabe plötzlich steigen, weil man einen gesundheitlichen Problem hat.

00:28:56: Ich habe das Gefühl, es kriegt mehr Aufmerksamkeit und oft sehe ich mir, wenn ... Wenn ein Thema auf eine grössere Gesellschaftsgruppe betreffend, also wirklich in den Mittelstand hineingeht und nicht nur die Ärmsten in Afrika zu zeichnen, dann ist das Medial halt auch mehr ein Thema.

00:29:12: Dann interessiert es auch mehr.

00:29:14: Und ich glaube, dass passiert schon auch und gleichzeitig auch an uns gefühlt ist so ... Die Sensibilität für die steigende Ungleichheit auch in der Schweiz war größer als man sieht, dass immer mehr Leute irgendwie nicht es fast nicht schaffen, über die Runde zu kommen Trotz einer guten Arbeit und auf der anderen Seite es einfach wenige gibt, die immer mehr Geld haben.

00:29:34: Und ich glaube das ist schon das Bewusstsein dafür gestiegen.

00:29:38: Zwischen den Grenzen zur Armut auch angesprochen, ist es tatsächlich so, dass dieser Übergang zwischen dem unteren Mittelstand und der Armutsbetroffenheit immer flüssender wird?

00:29:49: Ich finde sie eine sehr gute Frage!

00:29:51: Ich würde behaupten, dass diese Grenze immer fliessend war.

00:29:53: Also am Schluss ... Statistische Grenzen, die man kann sagen ist auch ein wenig willkürlich.

00:30:00: Wo man sagt jetzt Armut und wo fängt der Mittelstand an?

00:30:04: Und ob jetzt jemand unter dieser Grenze oder knapp über diesen Grenzen ist am Schluss nicht so entscheidend, weil die Lebenssituation ist eigentlich die gleiche und umgekehrt finde ich halt den Mittelstand.

00:30:15: Wenn man diese offizielle Definition nimmt dann ist der Mittelstand von Dort, wo die Hälfte drunter ist.

00:30:23: Die Hälfe drüber.

00:30:24: Von den Medianten bis zu den Hundertfünfzig Prozent vom Medien.

00:30:28: Das ist eine Riesengruppe.

00:30:29: Das sind mehr als die Hölfte der Schweizer Bevölkerung in diesem Mittelstand drin.

00:30:34: Aber die Lebensrealität von jemandem aus einem Haushalt, das bei dem Unterrand des Mittelstands ist und am oberen Rand bei hundertfünftig Prozent vom Median, der wahnsinnig viel Geld hat ... Das ist völlig andere Lebensrealitäten.

00:30:47: Ich kann mir nicht vergleichen.

00:30:49: Also jemand, Unten am Mittelstand ist eigentlich viel näher bei den Armutsgefährdungsgrenzen, wo ich vorhin gesagt habe, dass es um die Median- und darunter umsetzt.

00:30:58: Also dort sind wir viel näuer zusammen als jemandem, der im oberen Mittelstand steht.

00:31:02: Und ich glaube das... Es ist ein statistisches Konzept, das macht Sinn zum gewisse Analysen machen aber am Schluss ja auch in einem Armutsgrenzen oder wenn es etwa fünf Franken weniger oder mehr hat, macht dann drunter, ob er unter dem Armutsgrenzen fällt oder nicht?

00:31:16: Aber eigentlich hat diese Person die genau gleiche Lebensrealität am Schuss.

00:31:20: Die Sensibilität und den Raum in der öffentlichen Debatte hat seit Corona zugenommen, wie du vorhin gesagt hast.

00:31:26: Man redet auch mehr über Armut.

00:31:28: Man sieht, wie schnell es gehen kann.

00:31:32: Gleich stelle ich mir die Frage, wo wird Armut in der Schweiz trotzdem immer noch unterschätzt?

00:31:37: Ich würde sagen halt immer noch.

00:31:38: generell ... In der Corona-Pandemie ist es passiert, dass eine gewisse Sichtbarkeit mit den Lebensmitteln abgab.

00:31:47: Man sieht dann plötzlich die Schlangen von Leuten, die dort anstehen.

00:31:50: Und ich glaube, ganz viele Leute wehlen sich ... Viele Menschen haben wirklich auch Telefon gekriegt von Bürgerinnen und Bürgern, die wahnsinnig verschrocken sind, die das nicht realisiert haben.

00:31:58: Dass es in der Schweiz Leute gibt, die wirklich wir haben, quasi den Alltag zu meistern und finanziell überdrunden zu können.

00:32:05: Ich glaube, diese Sichtbarigkeit ist halt das, die oft nicht gegeben ist.

00:32:10: Darum ist dann auch einfach die Armut wieder auszublenden.

00:32:14: Ich glaube, das ist wirklich so die Schwierigkeit.

00:32:16: Es wird aus meiner Sicht arm immer noch ein bisschen unterschätzt und eben auch gerade die Armuhr von erwerbstätigen Personen.

00:32:23: In der Schweiz herrscht immer noch eine Idee vor, dass wenn man Arbeitstätig ist, dass man dann nicht von Armut betroffen sein kann – und das ist leider nicht so.

00:32:32: Du sprichst eben auch das Phänomen von Working Poor an.

00:32:35: Was sagt eine selbe Gesellschaft aus, wenn Erwerbsarbeit nicht mehr zuverlässig vor finanzieller Unsicherheit oder sogar vor Armut schützt?

00:32:46: Es sieht viel aus.

00:32:46: Ich glaube es sieht aus, dass wir Arbeitsverhältnisse haben in diesem Land, die nicht existent sind.

00:32:52: Sie sind auf dem Lohnniveau, aber es gibt viele Leute, die zum Beispiel auf Abruf arbeiten.

00:32:59: Und quasi hundert Prozent müssen verfügbar sein, aber dann halt nur dreißigvierzig Prozent eingesetzt werden.

00:33:04: Je nach Monat anders, damit hat man keine Sicherheit.

00:33:07: Das zeigt es mir und das zeigt auch, dass wir eben genau diese Vereinbarkeit von Familie- und Erwerbsarbeit nicht auf die Reihe bekommen.

00:33:13: Dass wir dort wirklich ein strukturelles Problem haben.

00:33:18: Es zeigt schon auch, wahrscheinlich Arbeit ... Es wird zwar hochgewichtet im Sinne, dass wir alle viel arbeiten müssen.

00:33:26: Wir haben auch eine sehr hohe Wochenarbeitszeit im Vergleich zu anderen Ländern.

00:33:31: Aber gleichzeitig ist die Gesellschaft nicht bereit wirklich nur in vielen Branchen wertzuschätzen – also monitär Wertschätzung.

00:33:41: Welche

00:33:41: strukturellen Hebel gibt es da, wo diese Menschen entlasten würden mit kleinem und mittleren Einkommen?

00:33:49: Es gibt verschiedene Hebeln.

00:33:52: Ein Punkt ist, dass man wohnkosten- und krankenkassenprämien dämpfen oder gezielt unterstützen muss – also eine ganz einfache Maß für den Ausbau der individuellen Prämieverbindung beim Wohnen.

00:34:06: Mittelfristig sicher, dass das Kanton und Gemeinden viele aktive Wohnpolitik machen.

00:34:11: Dass sie mehr bezahlbaren Wohnen umzufügen stellen.

00:34:14: Kurzfristig gibt es dann einfach die Zubjekthilfe, damit man so genannte Mietzinszuschuss macht.

00:34:20: Ich glaube, das ist das Einzige, was kurzfristig hilft.

00:34:22: Wie ich ein paar Mal schon gesagt habe, die bessere Vereinbarkeit von Familie- und Erwerbsarbeit ganz zentral.

00:34:31: Das Thema Familiengänzungsleistungen.

00:34:33: Man müsste auch darüber reden, ob wir nicht lieber für Mögen höher besteuern, anstatt Arbeitseinkommen.

00:34:42: Dass man so auch eine Verschiebung darin kriegt.

00:34:46: Wenn wir – ja bezahlbare Kitas habe ich gesagt – wenn wir längerfristig schauen haben das Gefühl bei der Gesundheitskosten müssen wir wirklich darüber diskutieren ob wir diese solidarisch finanzieren können als Gesundheitswesen.

00:35:02: also wenn man jetzt auf Europa schaut dann ist die Schweiz eigentlich dieses Land wo die Leute am meisten an Gesundheitskosten aus der eigenen Tasche finanzieren.

00:35:12: Prämien sind auch nicht einkommensabhängig und man versucht das mit der Prämieverbindung ein bisschen aufzuwiegen, aber es lenkt nicht.

00:35:17: Also müssen wir uns noch über einkommenenabhängige Prämierfranchise reden.

00:35:22: Auch darüber, ob wir mehr über Steuern finanziert werden.

00:35:24: Ich glaube dort müssen wir irgendeine Logik in den System bringen.

00:35:30: Und dann haben wir noch das Thema von Verknüpfung Existenzsicherung und Aufenthaltsstatus.

00:35:34: Also das Leute, die keine Schweizer Pass haben, Angst haben diese Leistungen in Anspruch zu nehmen weil sie Angst haben dass sie dann den Aufenthaltstatus verlieren was effektiv kann passieren.

00:35:46: also ich glaube dort haben wir sehr viele Baustellen wo man müsste ansehen

00:35:51: Was ist der Grund, warum Menschen, die einen Anspruch auf Leistungen haben, nicht wahrnehmen?

00:35:58: Obwohl sie unter dem Existenzminimum sind und in diesem Bereich, wo sie Unterstützung bekommen würden, zu ihrer Existenze sichern.

00:36:08: Es gibt leider noch recht wenige Forschung darüber.

00:36:11: Immer mehr ist ein wirklicher Thema, das aufgenommen wird.

00:36:14: Aber was man sicher sagen kann – es gibt diese Gruppen, wie knapp unter ein Sozialhilfe-Grenze ist und sich dann sagt, dass ich für das irgendwie eine Zwanzigfranke-Mägerung gehe.

00:36:25: Ich muss nicht einfach alles offenlegen oder gehe nicht alles offen legen und mit den Anmeldungen so.

00:36:32: Dann gibt es halt diese Charme-Thematik, die Leute sich wirklich schämen auch.

00:36:36: Das Gefühl haben wir jetzt, brauche ich Hilfe am Start?

00:36:39: Und dann haben alle das Gefühl, ich bin schon mal rotzer.

00:36:41: Es gibt auch diese Diskursen, wo das zum Teil verstärkt.

00:36:45: Es gibt das Thema, dass man Angst hat in der Duftenthaltsbewilligung zu verlieren.

00:36:51: Weil es wirklich keinen Grund sei auch... Wenn man länger auf Sozialhilfe angewiesen ist, kann man sich nicht einbögen lassen.

00:36:57: Das ist für viele Leute ein Hintergrund aber auch nicht wissen und so die hohe Anforderung an Dokumentation.

00:37:06: Bevor ich irgendeine Leistung kriege, gilt auch bei anderen Sozialleistungen.

00:37:10: Ich muss erst X-Formular ausfüllen, Unterlagen bringen.

00:37:13: Das sind für viele Menschen eine enorme Herausforderung.

00:37:16: Ich glaube, es sind wirklich ganz unterschiedliche Gründe.

00:37:19: Der finanzielle Druck ist oft existenziell.

00:37:22: Er wirkt in den Alltag auf unsere Beziehungen und Gesundheit und oft auf das Selbstwertgefühl und all die Emotionen, die damit verbunden sind.

00:37:32: Was macht es mit Menschen, wenn sie auch arbeiten und trotzdem das Gefühl haben, dass es nie richtig lange gibt?

00:37:39: Was löst es für Gefühle

00:37:43: aus?

00:37:43: Viele Leute sagen mir, sie fühlen sich wertlos.

00:37:46: Wertlos und irgendwie auch nicht gesehen auf eine Art in einem Hamsterrat.

00:37:53: Sie machen alles.

00:37:54: Sie haben oft auch recht Stress auf verschiedenen Ebenen.

00:37:58: Und sie schaffen es wie nicht.

00:37:59: Und viel betroffen.

00:38:01: Ich habe wirklich das Gefühl, dass sie selbst schuld sind, dass ihr ein Versage ist.

00:38:05: obwohl das in den allermeisten Fällen wirklich nicht der Fall ist, sondern es ist eigentlich immer ein Zusammenspiel von individuellen Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen oder strukturellen Hürden.

00:38:15: Und viele fühlen sich auch gelähmt.

00:38:16: Das höre ich oft so die Lähmung.

00:38:20: Ich kann eigentlich beachtlos, ich kann nichts mehr machen, ich habe keine Perspektive.

00:38:25: Und gleichzeitig finde ich es auch wichtig zu sagen ... Es ist für sie enorm wichtig, dass sie erwärmstätig sein können.

00:38:32: Auch wenn sie wenig verdienen und nicht längt sind.

00:38:35: Es gibt ihnen auch auf eine Art wiederer Selbstgefühl zurück.

00:38:39: Dass sie für die Gesellschaft nützlich sind in Anführungszeichen.

00:38:44: Dass Sie nicht einfach warten ... Ich hoffe, dass es besser wird.

00:38:51: Es gibt eine gewisse Selbstwirksamkeit, wenn man Arbeitstätig sein kann.

00:38:56: Man sieht auch, das kann man wie keine Befugungen nachweisen, die arbeitsstätigen sind.

00:39:02: Wenn sie am Schluss gleich viel einkommen haben und viel besser zu wechseln sind, auch psychisch sich viel besser fühlen, mehr das Gefühl von einer Selbstwirksamkeit als Leute, die nicht abgestattet werden

00:39:14: können.

00:39:15: Es geht um verschiedene Gefühle oder auch emotionale Konsequenzen, die Armut für dich betroffen hat.

00:39:22: Mich nimmt es noch wundern, wenn Menschen merken, dass es knapp wird und existenziell wird.

00:39:28: Was tun sie dann?

00:39:29: am Zerrsch verzichten, wenn das Budget eng wird?

00:39:32: Gibt's da etwas, was du feststellst, über den Leuten zu versuchen zu sparen und optimieren, so weit es

00:39:41: geht?

00:39:41: Ja, ich würde sagen ... Zuerst ist es die soziale Teilhabe, wenn es um Freizeit geht und vielleicht auch die persönliche Pflege.

00:39:51: Zum Beispiel Waffer, Kleider.

00:39:56: Vor allem sehen wir sehr häufig, dass Eltern alles bei sich sparen, damit die Kinder nicht betroffen sind – also die Kinder möglichst alles ermöglichen.

00:40:05: Es gibt auch Eltern, die sich jahrelang neue Kleider kaufen können, neue Schuhe kaufen.

00:40:10: Ferien ist halt das, was sehr schnell wegfällt.

00:40:14: Das ist etwas, was nicht zwingend ist.

00:40:19: Bei der Freizeit auch, was man sehr oft gesehen hat als Kinder ... Also die Eltern versuchen immer, den Kindern trotzdem noch eine Freizeit gestaltung zu ermöglichen.

00:40:27: Aber man macht halt das, was nicht kostet dann.

00:40:29: Je nach einer Statue zum Beispiel gibt es einen Vielangebot, weil er kostenlos ist, an anderen Orten vielleicht nicht so.

00:40:35: Aber das heisst, die Freizeitsgestaltungen richten sich nicht nach den Interessen des Kindes oder seinen Talent auch, sondern in der Regel nach dem Budget.

00:40:45: Und alles, was damit zusammenhängt – zum Beispiel den Kaffee mal mit Fündern trinken.

00:40:49: Ich würde behaupten, der Einsamkeit ist eine sehr schnelle Begleiterin von Armut oder?

00:40:53: Was

00:40:53: würdest du sagen?

00:40:54: bedeutet es im grösseren Sinn für deine soziale Teilhabe, wenn armutsbetroffene Menschen nicht mehr gleich sind?

00:41:01: partizipieren, mitmachen in verschiedenen Bereichen.

00:41:04: Es scheint mir immer noch ein grosses Tabu auch über das zu reden und das anzusprechen.

00:41:09: Ich habe mir den Restaurantbesuch jetzt nicht mehr leisten oder kann das Hobby nicht mehr sofort führen?

00:41:18: Absolut!

00:41:19: Für mich ist es halt auch... Es schließt wieder an die Definition von Armutgefährdungen.

00:41:24: Am Anfang sagte ich, was sonst so wichtig ist, dass man Armut misst im Verhältnis zur Gesamtgesellschaft wenn der Fall hier ist, und das ist wirklich ein Problem in der Schweiz.

00:41:34: Dass die Leute einfach nicht mithalten können mit dem, was für den normalen Menschen selbstverständlich ist.

00:41:44: Das macht enorm viel.

00:41:45: Es macht auch, dass sich verschiedene Gesellschaftsgruppe nicht mehr treffen, dass man sich gar nicht sieht, dass wir unterschiedliche Lebensrealitäten auch nicht wahrnehmen, wie man Neudeutsch sagt Babelsleben.

00:42:00: Das heisst auch, dass Leute politisch marginalisiert sind.

00:42:05: Sie haben nicht den Stimmgross, sie beteiligen sich vielleicht weniger und werden nicht gehört.

00:42:09: Und es ist gerade für Kinder... Ja, das sind ganz kleine Sachen kann man vielleicht sagen, die dann wirklich auch prägend sind, wie dass ein Kind vielleicht nicht zu einem Geburtsungsfest vom Klassengesperrten geht, weil es keine Geschenke mitbringt, weil man sich dann schämt, Nach der Sommerferie hatte ich nicht von Ferienerlebnis zu erzählen, wie das alle anderen machen.

00:42:31: Das sind ganz kleine Sachen, die die Leute an den Rand drängen und machen, dass sie nicht mitreden oder im Teil sind davon.

00:42:39: Es zeigt, dass Armut in so vielen Bereichen auch hineinwirkt – einem sozialen Kontext!

00:42:46: Jetzt haben wir wieder über die individuelle Ebene gesprochen.

00:42:50: Du hast mir vorhin auch gesagt, dass du damit Mühe hast wenn man zu fest auf das fokussiert und gleichzeitig sieht man auch Der Kostedruck steigt, dass Menschen in der Regel versuchen auch möglichst zu optimieren und sparen, wo es geht.

00:43:06: Aber wenn dieser Punkt erreicht ist, den du sagst, sollte man sich Unterstützung holen.

00:43:13: Zum Beispiel durch eine Budgetberatung oder durch andere Angebote, die du auch vorhin genannt hast?

00:43:19: Ich finde, der Punkt ist eigentlich dann erreicht, wenn man mehrmals merkt, dass wir die Rechnungszahlen haben.

00:43:24: Ende Monat geht es immer knapp auf Null raus, wenn man schon auf Sachen verzichtet.

00:43:30: Ich finde, das ist wirklich die köchste Eisenbahn.

00:43:33: Ich sage immer lieber zu freier Hilfe holen als zu spät.

00:43:37: Wir sehen einfach, dass es enorm schwierig wird wieder ... in eine gesunde finanzielle Situation gekommen, wenn man schon mal irgendeine Verschuldungsthematik hat.

00:43:46: Und das zieht sich dann weiter.

00:43:48: Dann hat man oft auch ... Wenn es zu einer Betreibung kommt, ist die Wohnung so etwas schwieriger.

00:43:53: Es zieht einfach so viel nach sich.

00:43:56: Gleich besteht immer noch eine gewisse Hürde, die Angebote auch in Anspruch zu nehmen – auch wenn sie es gibt!

00:44:01: Was würdest du Menschen sagen, die sich schämen, die Hilfe und Unterstützung in Anspruchs zu nehmen?

00:44:06: dass es in der Regel kein individuelles Versagen ist, wenn man wirklich merkt, dass man einen Anschlag kommt.

00:44:12: Sondern dass es wirklich einfach auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen gibt, Hürden gibt, die diese Situation einführen.

00:44:21: Gerade wenn Kinder im Spiel sind, finde ich es umso wichtiger, dass wir möglichst schnell dann diese Hilfe suchen.

00:44:26: Wir haben auch schon verschiedene Massnahmen geredet, die helfen auf systemischer Ebene.

00:44:32: Zum Schluss noch was muss sich politisch ändern damit weniger Menschen trotz Arbeit in die finanzielle Enge ihnen geraten?

00:44:40: Konkrette Massnahmen habe ich schon genannt.

00:44:42: Was ganz wichtig ist, dass die Realität anerkannt wird und ich habe das Gefühl, es sei mehr der Fall seit der Corona-Pandemie.

00:44:52: aber es ist einfach immer noch ... In der Politik immer noch sehr vorherrschend hat das Gefühl, die Leute müssen das irgendwie selber stehen.

00:45:00: Das bringt ein Beispiel für die Weiterbildung.

00:45:02: oder wir haben letztes Jahr so ein bisschen den Fokus gesetzt aufs Thema Zugang zur Weiterbildung auch von Leuten, die einen tiefes Bildungsniveau haben und wenig Geld haben.

00:45:12: Und dann höre ich immer wieder, ja dann müssen Sie halt diese Weiterbildung machen und quasi schauen, dass sie besser bildet sind und einen besseren Job finden.

00:45:18: So einfach ist es nicht!

00:45:19: Sondern auch dort wenn jemand ... sagen wir mal der Werbsdattung ist wenig verdient, kaum betrunden kommt und sollte eine Weiterbildung machen.

00:45:31: Es müsste nicht ein Erwerbsfenster umreduzieren, dann würde man weniger verdienen und muss gleichzeitig noch die Weiterbildungsmaßnahmen bezahlen.

00:45:37: Dann sind noch Kinder im Spiel, geht nicht.

00:45:40: Also auch dort ... Ich glaube, die Politik muss weh nochmal mehr realisieren, dass wir wirklich ganz viel strukturelle Hörden haben.

00:45:47: Dass es nicht so einfach ist, dass sich Leute in Arsch klemmen auf Schweizer Dütze.

00:45:53: Das Thema ist vielschichtig auf verschiedenen Ebenen.

00:45:57: Es umfasst unter anderem steigende Wohnkosten, Krankenkassenprämien und auch hohe Betreuungskosten, die nicht nur Armutsbetroffene belastet sind, sondern auch viele Haushalte, welche sich irgendwo im unteren Mittelstand verorten würden.

00:46:12: Und genau darum ist es wichtig bei diesen Flüssen der Übergänge genauer anzuschauen.

00:46:17: Der Blick auf die eigene Situation kann helfen, aber genauso wichtig ist auch die gesellschaftliche Frage einzubeziehen.

00:46:25: Nämlich welche Kosten tragen eben auch Menschen ganz individuell und wo braucht es vielleicht politische Antworten?

00:46:33: Liebe Allen, ich danke dir herzlich für deine Zeit und auch für die Einordnung, dass du das Wissen heute mit uns teilt hast!

00:46:40: Danke vielmals auch für diese Einladung nochmal.

00:46:42: Es war sehr spannend.

00:46:44: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann teilt sie mit jemandem, der das aktuelle Thema vom steigenden Kostedruck für den unteren Mittelstand und Armut in der Schweiz interessieren könnte.

00:46:55: Abonnier Popcorn und Finanzen, um keine Folge mehr zu verpassen!

00:46:59: Bis zum nächsten Mal.